HISTORY

Die Geschichte der PAMBAND beginnt in den späten 80er Jahren in Gerlingen vor den Toren Stuttgarts. Der Gitarrist und Sänger Christian Frank ist den Schülerbands des örtlichen Gymnasiums entwachsen und will sein eigenes Ding machen. Er hat Songs geschrieben, die sich vom klassischen Rock der 80er abheben. Da ist Soul drin und Groove, da ist Platz für Bläser und Gesangsharmonien, da stehen eher Prince und Sting Pate als AC/DC oder Bon Jovi. Er braucht eine Band, die seine musikalischen Vorstellungen realisiert.

 

Mit Anfang 20 hat man üblicherweise wenig Geld, dafür aber gute Freunde. Chris’ Freunde sind Lothar und Anja. Er ist Pianist, sie singt und tanzt. Der Anfang ist gemacht. Mit Michael Külzer wird ein ehemaliger Schulkollege als Bassist gefunden, der einen ordentlichen Schuss Reggae einbringt, und mit Christoph Stummer ein technisch versierter Schlagzeuger mit „Laid back“-Feeling. Im Proberaum in Gerlingen, der von mehreren Bands genutzt wird, begegnet Chris dem Saxophonisten Peter „Mr.Beasly“ Merdian, der dort gelegentlich an Sessions teilnimmt. Und auch er macht mit. Die Band ist beinahe komplett, es fehlt nur noch ein Gitarrist, denn Chris möchte sich auf die Vocals konzentrieren.

 

Beasly kennt Manne, und der kennt Schnoed aus dem Altenheim, vom Zivildienst her. Der sucht eine Band, die eigenes Zeug spielt und anders ist als die austauschbaren Coverbands der Szene. Hat den Blues als Fundament, sucht aber eigentlich was anderes als die ewigen Zwölftaktschemen. Er kommt zur Probe, und er bleibt. Die Band ist fürs erste komplett. Wir schreiben das Jahr 1988.

 

Die ersten Songs werden eingeprobt, und schon steht der erste Gig an: Ein Wettbewerb in Ludwigsburg. PAM tritt gegen vier Gitarrenrockbands an und wird Zweiter. Die Presse lobt den musikalischen Stil der Band, der sich vom Riff-Rock-Einheitsbrei wohltuend unterscheidet, und bemängelt lediglich die fehlende Eingespieltheit. Die Band hat Energie und Leidenschaft. The Power and the Passion.

 

Das Programm wächst quantitativ und qualitativ. Chris’ Fundus an Songs ist enorm, aber auch Schnoed und Beasly beginnen, punktuell eigenes Material beizusteuern. Die Auftrittsmöglichkeiten für eine unbekannte Band mit eigenen Songs und bis dahin nur einer Stunde Programm sind allerdings dünn gesät, und so bleibt es bei Gigs in Kooperation mit der Musikinitiative Gerlingen (M.I.G.), z.B. beim Gerlinger Open Air mit Indie-Größen wie Lüde&die Astros oder den Mimmi’s. Ein Demo mit vier Songs wird in einem der angesagten Studios in Stuttgart produziert, und der Süddeutsche Rundfunk widmet der Band ein kleines Feature und spielt „L.T.C.S.“ im Radio. Zumindest einmal.

 

Aus Christophs Freundeskreis kommt Wenke Walz zur Band, die sowohl Saxophon spielt als auch singt. Damit hat PAM einen Bläsersatz, eine zweite Leadstimme und enorme Power in den Gesangsharmonien. Chris beginnt, sein Songwriting stärker auf diese Komponenten auszurichten. Bald umfasst das Programm die notwendigen zwei Stunden, um aus eigener Kraft Gigs bestreiten zu können. Doch viel mehr als die Teilnahme an einem weiteren Wettbewerb kommt nicht dabei heraus. Die PAMBAND gewinnt ihre erste Runde im Zentrum Zinsholz und wird in der zweiten Runde wiederum Zweiter. Wieder ein Achtungserfolg, nicht mehr und nicht weniger.

 

Doch es gibt auch Spannungen und Probleme. Einige sprechen sich für das Einstreuen von Coversongs aus, um dadurch mehr Gigs zu bekommen. Oder einfach nur für mehr Gigs. Andere sind der Auffassung, dass die Qualität noch nicht reiche, um aufzutreten, und dass mehr und intensiver geprobt werden müsse. Einige Songs, exemplarisch „Done in Vain“, durchlaufen musikalische Metamorphosen, ohne richtig zu zünden, obwohl die Substanz brillant ist. Das Programm ist, bedingt durch die unterschiedlichen Wurzeln und Vorlieben der inzwischen acht Musiker, eher heterogen. Selbst der Bandname wird hinterfragt und kritisiert. Und schließlich sind die meisten Bandmitglieder Anfang bis Mitte zwanzig und stehen damit vor persönlichen und beruflichen Weichenstellungen. Profi werden wollte eigentlich keiner. Obwohl, wenn PAM damals durchgestartet wäre, wer weiß…?

 

Külz, der Basser, geht als erster. Zum Studieren nach Karlsruhe. Dafür steigt Norbert „Noop“ Jansen ein. Anja quittiert ebenfalls den Dienst. Wenke hat familiär viel um die Ohren und zieht sich zurück. Chris ist müde von den internen Debatten und zieht nebenbei ein neues Projekt auf, „Radio“. Mit Noop. Die Namensdiskussion mündet in einer Umbenennung in „Broken Toy“. Und dann geht Chris zum Studieren nach Hamburg. Die PAMBAND ist erstmal Geschichte.

 

Schnoed müht sich, die Band am Leben zu halten und übernimmt selbst den Leadgesang. Noop steigt studienhalber aus, dafür übernimmt Schnoeds Bruder Müller den Bass. Frank Stocker steigt als zweiter Saxer ein. Die Fraktion der Cover-Befürworter nimmt zu, und das Programm umfasst Mitte der 90er zu einem Drittel PAM-Songs aus Chris’ Feder, zu einem Drittel Schnoed-Kompositionen und ansonsten Fremdmaterial von Gary Moore, den Eurythmics, Doobie Brothers, Robert Cray, Melissa Etheridge u.a.

 

Lothar gibt 1994 ebenfalls auf, und vorübergehend kommt ein anderer Keyboarder dazu. Die Band spielt in dieser Besetzung noch eine Handvoll Gigs, aber das Feuer ist erloschen. Die Seele fehlt. Die treibende Kraft. The Power and the Passion. Der Keyboarder wird rausgeworfen, einige Songs auf deutsch übersetzt, und in der Besetzung Beasly (sax, gui), Müller (b), Christoph (dr), Frank (sax, voc) und Schnoed (gui, voc) nimmt Broken Toy Anfang 1996 in Eigenregie eine CD mit 10 Songs auf, von der genau 10 Exemplare erzeugt werden. Danach gehen berufsbedingt Frank nach Italien, Schnoed nach Schweinfurt und Christoph nach Darmstadt. Das war’s.

 

Bis im Jahre 2011, eher zufällig und übers Internet, Chris und Schnoed wieder Kontakt zueinander aufnehmen. Es dauert nur Minuten, bis die Idee geboren wird, die Band wieder zusammen zu bringen. Chris hat noch Kontakt zu Noop, Lothar und Christoph. Wir wohnen in Hamburg, Freiburg, Köln, Bonn und Schweinfurt. Und beschließen, uns zu einem musikalischen Wochenende irgendwo in der Mitte zu treffen. Es wird das Naturfreundehaus in Meinhard bei Eschwege. Wir ziehen es durch, treffen uns von Freitag abend bis Sonntag abend und verbringen ein Wochenende voller Musik. Unserer Musik. Mit Energie und Leidenschaft von der ersten bis zur letzten Minute. The Power and the Passion. Alles wieder da, und wie! Wir sind alle inzwischen Väter und haben unterschiedliche Biographien durchlebt, aber die Liebe zur Musik haben wir uns, jeder für sich und auf seine eigene Weise, dermaßen erhalten, dass dieses erste Treffen wie eine neuerliche Initialzündung wirkt. Seitdem treffen wir uns zweimal im Jahr, um solche Workshops abzuhalten. Meistens in Meinhard, alternativ bei Schnoed in Schweinfurt.

 

Wir kochen aber nicht die alten Sachen auf. Wir spielen neues Material von Chris und von Schnoed. OK, der alte Kracher „Miss You“ darf nicht fehlen, und im Moment arbeiten wir an einer zeitgemäßen Version von „The Power and the Passion“. Und noch mal ok, einige der neuen Songs sind gar nicht so neu, sondern sind in der PAM-losen Zeit seit Mitte der 90er entstanden. Aber jetzt werden sie lebendig. Im November 2014 spielte die wieder auferstandene PAMBAND einen Gig zum 50.Geburtstag eines Bandmitglieds, und die anderen werden unweigerlich folgen…

 

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